Zwei wahrlich gravierende Einschnitte in der allgemeinen Entwicklungszusammenarbeit sind die Erdölkrise 1973/74 sowie die Zeitenwende im Jahre 1989.

Erdölkrise 1973/74: Nachdem der Jom-Kippur-Krieg zu Ende war beschlossen die arabischen Erdöl-Export-Länder vom Oktober 1973 bis März 1974 einen sogenannten Ölboykott gegen jene Staaten, die Israel freundlich gesonnen waren. Die Folge der Verhängung dieses Ölboykotts war eine Energieverknappung in großen Industrienationen. Dies führte demnach zur Ersten Ölkrise, was zwischen 1973 und 1974 die Rohölpreise vervierfachte – genau genommen von drei US-Dollar auf fast zwölf US-Dollar pro Barrel.

Die Erdölkrise bewirkte, dass sich die Entwicklung in armen Entwicklungsländern verlangsamte. So kam die Entwicklungszusammenarbeit nahezu zum Stillstand – auch aufgrund der Tatsache, dass sich die Handelsbedingungen drastisch verschlechterten und dies wiederum sinkende Deviseneinnahmen zur Folge hatte. Diese soeben angesprochenen sinkenden Deviseneinnahmen musste außerdem für das immens teuer gewordene Rohöl ausgegeben werden – eine Tatsache, die die Abhängigkeit von den Großkrediten der Geschäftsbanken noch enger schnürte.

In den beiden Jahren 1979 und 1980 kam es seitens der arabischen Erdöl-Export-Staaten zu einer erneuten Preissteigung. So wurde der Richtpreis für Erdöl auf über 30 US-Dollar pro Barrel angehoben – eine Tatsache, die infolgedessen die Zweite Ölkrise auslöste. Genau genommen wurde ein regelrechter Teufelskreis in Gang gesetzt: Banken und Regierungen hoben die Zinssätze an, wodurch in Folge die Probleme im Rahmen der Schuldenrückzahlung im Hinblick auf die armen Entwicklungsländer verschärft wurden. Dadurch verzeichneten Entwicklungsländer noch geringere Exporterträge.

In den 1980er-Jahren wurde es für arme Entwicklungsländer noch schwieriger – nicht nur im Hinblick auf die Verbesserung des eigenen Landes, sondern vor allem auch, um frühere aufgenommene Kredite zeitnah zurückzahlen zu können. Genau genommen gelang es nur schwer, Kredite von Geschäftsbanken zu decken, wodurch sich betroffene Entwicklungsländer an die Weltbank wenden mussten. Auch die Weltbank hatte ihre Bestimmung – so gewährte sie nämlich nur dann Kredite, sofern die jeweiligen Empfängerländer, nämlich die Entwicklungsländer, eigens entwickelte Strukturanpassungsprogramme befürworteten. Bei diesen sogenannten Strukturanpassungsprogrammen handelte es sich genau genommen um Programme, die Wirtschaftsreformen zur Verringerung der Importzahlen und allgemeinen Förderung der Marktwirtschaft durchsetzten.